{"id":6552,"date":"2024-09-04T08:55:59","date_gmt":"2024-09-04T06:55:59","guid":{"rendered":"https:\/\/actingcoach.de\/?p=6552"},"modified":"2024-09-04T16:50:17","modified_gmt":"2024-09-04T14:50:17","slug":"method-acting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/actingcoach.de\/index.php\/2024\/09\/04\/method-acting\/","title":{"rendered":"Method Acting"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\">Als\u00a0<b>Method Acting<\/b>\u00a0(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Englische_Sprache\"><span class=\"s1\">englisch<\/span><\/a>, auch\u00a0<b>the Method<\/b>\u00a0\u201a<i>die<\/i> Methode\u2018) bezeichnete <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lee_Strasberg\"><span class=\"s1\">Lee Strasberg<\/span><\/a>\u00a0eine auf der Lehre\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konstantin_Sergejewitsch_Stanislawski\"><span class=\"s1\">Konstantin Stanislawskis<\/span><\/a>\u00a0beruhende Methode, die\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schauspiel\"><span class=\"s1\">Schauspielerei<\/span><\/a>\u00a0zu erlernen. Es handelt sich um eine US-amerikanische Variante des\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Naturalismus_(Theater)\"><span class=\"s1\">Naturalismus<\/span><\/a>\u00a0im Schauspiel. Der Schauspieler arbeitet dabei mit Erinnerungen an eigene Erlebnisse und mit Entspannungstechniken.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\"><b>Vorgeschichte<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Seit dem New Yorker Gastspiel Stanislawskis mit seinem\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Moskauer_K%C3%BCnstlertheater\">Moskauer K\u00fcnstlertheater<\/a>\u00a0im Januar 1923 galt seine Methode f\u00fcr viele der dortigen B\u00fchnendarsteller als zukunftsweisend. Seinem in die USA ausgewanderten Sch\u00fcler\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Richard_Boleslawski\">Richard Boleslawski<\/a>\u00a0gelang es im Juni 1923, das Lab Theatre zu gr\u00fcnden, das f\u00fcr Jungschauspieler in\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/New_York_City\">New York City<\/a>\u00a0wie\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lee_Strasberg\">Lee Strasberg<\/a>\u00a0oder\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stella_Adler\">Stella Adler<\/a>\u00a0zur Grundlage einer neuen Schauspielkunst wurde. Als Lehrerin stand ihm die Schauspielerin\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maria_Ouspenskaya\">Maria Ouspenskaya<\/a>\u00a0zur Seite, die mit Stanislawski nach New York gekommen war und die Gelegenheit zur Emigration genutzt hatte.<\/p>\n<p class=\"p1\">Strasberg, Adler,\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sanford_Meisner\">Sanford Meisner<\/a>,\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cheryl_Crawford\">Cheryl Crawford<\/a>\u00a0und andere Anh\u00e4nger des Stanislawski-Systems wirkten seit 1931 im\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Group_Theatre\">Group Theatre<\/a>. Stella Adler reiste kurzzeitig nach Paris, um bei Stanislawski pers\u00f6nlich Unterricht zu nehmen, und kam 1934 nach New York zur\u00fcck. Sie wirkte ebenfalls als Schauspiellehrerin, was zu Rivalit\u00e4ten mit Strasberg f\u00fchrte, der nie von Stanislawski unterrichtet worden war.<\/p>\n<p class=\"p1\">1947 gr\u00fcndete Strasberg mit Crawford,\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Lewis\">Robert Lewis<\/a>\u00a0und\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Elia_Kazan\">Elia Kazan<\/a>\u00a0die Schauspielwerkstatt\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Actors_Studio\">Actors Studio<\/a>, die zu einem wichtigen Anziehungspunkt f\u00fcr angehende B\u00fchnen- und Filmschauspieler sowie f\u00fcr Dramatiker wurde. Weltweit ber\u00fchmt wurde der Ansatz des Method Acting Anfang der 1950er Jahre mit den ersten Erfolgen\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marlon_Brando\">Marlon Brandos<\/a>\u00a0in\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Endstation_Sehnsucht_(1951)\"><i>Endstation Sehnsucht<\/i><\/a>\u00a0und\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Wilde\"><i>Der Wilde<\/i><\/a>.<\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\"><b>Method Acting nach Strasberg<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Strasberg publizierte mehrere Texte zu seiner Lehrmethode, die er aber nie als eigene Erfindung ausgab, sondern stets auf Stanislawski zur\u00fcckf\u00fchrte. Von Stanislawski selbst waren bis in die 1950er Jahre aufgrund der Zur\u00fcckhaltung der sowjetischen Machthaber nur wenige schriftliche Zeugnisse erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p class=\"p1\">Im Unterschied zu Stanislawskis Texten wirken Strasbergs Schriften knapper, methodischer und zielgerichteter. Er definierte das Schauspielen nicht als Talent zur \u201eNachahmung\u201c oder \u201eExhibitionismus\u201c, sondern als \u201eF\u00e4higkeit, auf imagin\u00e4re Stimuli zu reagieren\u201c.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Method_Acting#cite_note-1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>\u00a0Daher gliederte er den Schauspielunterricht in Entspannungs- und Erinnerungs\u00fcbungen. Der Schauspieler solle sich vier Fragen \u00fcber seine Figur und ihre gegenw\u00e4rtige Situation stellen.<\/p>\n<ol class=\"ol1\">\n<li class=\"li1\"><i>Wer sie ist.<\/i><\/li>\n<li class=\"li1\"><i>Wo sie ist.<\/i><\/li>\n<li class=\"li1\"><i>Was sie dort tut (Handlung und Absicht).<\/i><\/li>\n<li class=\"li1\"><i>Was geschehen ist, bevor sie dorthin kam (gegebene Umst\u00e4nde).<\/i><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Method_Acting#cite_note-2\"><sup>[2]<\/sup><\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"p1\">Durch Entspannungstechniken ist laut Strasberg die Konzentrationsf\u00e4higkeit zu steigern. Um zu einem innerlichen Erleben der gespielten Situationen zu kommen, sind Erinnerungen an eigene Erlebnisse zentral, die der gespielten Situation nahekommen. Die Emotionen d\u00fcrfen nicht fl\u00fcchtig bleiben, sondern m\u00fcssen beherrscht und wiederholbar gemacht werden. Dies geschieht im Wechselspiel zwischen bewusster Vorbereitung und unbewusster Spontanit\u00e4t. Strasberg unterschied dazu drei Arten der Erinnerung:<\/p>\n<ol class=\"ol1\">\n<li class=\"li1\"><i>Affective Memory<\/i>\u00a0ist das Wiedererleben einer vergangenen Erfahrung, ausgel\u00f6st durch einen\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stimulus\">Stimulus<\/a>\u00a0(dessen Entdeckung er dem Psychologen\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Th%C3%A9odule_Ribot\">Th\u00e9odule Ribot<\/a>\u00a0zuschrieb und mit\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iwan_Petrowitsch_Pawlow\">Iwan Petrowitsch Pawlow<\/a>\u00a0und\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sigmund_Freud\">Sigmund Freud<\/a>\u00a0in Verbindung brachte). Diese Art Ged\u00e4chtnis trainiert der Schauspieler, um Situationen wiederholbar zu machen (siehe\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bedingter_Reflex\">bedingter Reflex<\/a>).<\/li>\n<li class=\"li1\"><i>Sense Memory<\/i>\u00a0ist die Erinnerung an eine Situation durch begleitende Sinneseindr\u00fccke, wie etwa das Ger\u00e4usch des Regens oder Ger\u00fcche.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Method_Acting#cite_note-3\"><sup>[3]<\/sup><\/a><\/li>\n<li class=\"li1\"><i>Emotional Memory<\/i>\u00a0ist die Erinnerung an komplexe Gef\u00fchle und damit die h\u00f6chste Stufe des schauspielerischen Erinnerns, w\u00e4hrend sich\u00a0<i>Sense Memory<\/i>\u00a0eher auf einfache Wahrnehmungen wie W\u00e4rme oder k\u00f6rperlichen Schmerz bezieht.<\/li>\n<\/ol>\n<p class=\"p1\"><i>Affective Memory<\/i>\u00a0wird oft gleichbedeutend mit\u00a0<i>Emotional Memory<\/i>\u00a0gebraucht, obwohl Strasberg einen Unterschied macht und den letzteren Begriff auf Stanislawskis Sp\u00e4twerk bezieht.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Method_Acting#cite_note-4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>\u00a0Der Begriff steht bei Strasberg oft generell f\u00fcr eine Technik des Erinnerns, die dem\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Behaviorismus\">Behaviorismus<\/a>\u00a0nahesteht, aber dar\u00fcber hinaus ein originelles Moment der k\u00fcnstlerischen\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Inspiration\">Inspiration<\/a>\u00a0habe. Ferner betonte Strasberg, dass die Schauspieltechnik in Theater und Film grunds\u00e4tzlich dieselbe sei, und verwies dabei anerkennend auf\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Charlie_Chaplin\">Charlie Chaplin<\/a>\u00a0oder\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Laurence_Olivier\">Laurence Olivier<\/a>.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Method_Acting#cite_note-5\"><sup>[5]<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\"><b>Private Moment<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">Als Hindernis f\u00fcr den Schauspieler betrachtete Strasberg dessen Bewusstsein, vor einem Publikum zu stehen und sich (gesellschaftlich) verhalten zu m\u00fcssen oder zu wollen. So verlieren die Emotionen seiner Auffassung nach ihre Frische und Glaubw\u00fcrdigkeit. Daher erfand er \u00dcbungen, die dem Schauspieler helfen sollten, das Publikum zu vergessen und sich st\u00e4rker auf sich selbst zu konzentrieren. Eine davon nannte er\u00a0<i>Private Moment<\/i>. Dabei wird ein privates Verhalten (das f\u00fcr Strasberg nicht gleichbedeutend war mit dem blo\u00dfen Alleinsein) in Erinnerung gerufen und \u00f6ffentlich wiederholt. \u2013 Strasberg musste sich h\u00e4ufig gegen Vorw\u00fcrfe verteidigen, dass auf diese Weise der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Voyeurismus\">Voyeurismus<\/a>\u00a0des Publikums bedient werde.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Method_Acting#cite_note-6\"><sup>[6]<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\"><b>Song-and-dance exercise<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\">In der Bl\u00fctezeit des\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Musical_Play\">Musical Play<\/a>\u00a0in den 1940er Jahren unterrichtete Strasberg oft Musicaldarsteller, die Gesang und Tanz mit authentischem Schauspiel verbinden sollten. Um zu verhindern, dass Gesang und Tanz zu \u00e4u\u00dferlichen Routinehandlungen wurden, zerhackte er die musikalischen und t\u00e4nzerischen Abl\u00e4ufe, bis der Darsteller v\u00f6llig auf sich selbst zur\u00fcckgeworfen war. Dies nannte er\u00a0<i>Song-and-dance exercise<\/i>.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Method_Acting#cite_note-7\"><sup>[7]<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"p3\"><b>Das Bewusste, Unbewusste und Unterbewusste<\/b><\/p>\n<p class=\"p1\">Lee Strasberg schreibt in seinem Aufsatz\u00a0<i>Der Schauspieler und er selbst<\/i>\u00a0(1965), dass die Wirklichkeit das Material des Schauspielhandwerks sei. Das Ergr\u00fcnden der bewussten und unbewussten Prozesse ist ein zentraler Bestandteil von Strasbergs Ansatz, weil sich der Schauspieler in diesem Spannungsfeld befindet und einen Weg zum freien Ausdruck finden muss:<\/p>\n<p class=\"p1\">\u201eDie Arbeitsbedingungen des Schauspielers erfordern, da\u00df er im voraus wei\u00df, was er tun wird, w\u00e4hrend die Kunst des Schauspielers es erfordert, da\u00df es so aussieht, als wisse er das nicht.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1\">Strasberg glaubt, dass der Schauspieler einen Menschen nicht nachzuahmen brauche, da er aus sich selbst heraus kreativ sein k\u00f6nne. Er ist zugleich Material und Wirklichkeit. Aus dieser Verbindung leitet Strasberg eine Psychologie der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Imagination\">Imagination<\/a>\u00a0und Konzentration ab.<\/p>\n<p class=\"p1\">Strasbergs Ansatz lehnt sich an\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sigmund_Freud\">Sigmund Freuds<\/a>\u00a0Konzept der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Psychoanalyse\">Psychoanalyse<\/a>\u00a0an. Analog zu Freuds Methode, Menschen \u00fcber ihre Leiden und die damit verbundenen Erlebnisse berichten zu lassen, f\u00f6rdert Strasberg das Sprechen \u00fcber das Selbst, die\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dialogische_Introspektion\">Introspektion<\/a>\u00a0und das Zug\u00e4nglichmachen von un- oder vorbewussten Inhalten.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u201eDie Phantasie, das Unbewu\u00dfte und das Unterbewu\u00dfte anzuregen, ist das st\u00e4rkste Mittel der k\u00fcnstlerischen Arbeit.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1\">Weitere Begriffe Strasbergs, die sich an Freud orientieren, sind Phantasie, Wunsch,\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Affekt\">Affekt<\/a>,\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Triebtheorie\">Trieb<\/a>\u00a0oder Sexualit\u00e4t. Strasberg meint, dass der Schauspieler im Wesentlichen etwas Erfundenes spiele, also einen Traum: ein Begriff, der ebenfalls mit Freud in Zusammenhang gebracht werden kann (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Traumdeutung\"><i>Die Traumdeutung<\/i><\/a>, 1899). Im Gegensatz zur Realit\u00e4t muss der Schauspieler immer wieder auf imagin\u00e4re\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reiz\">Reize<\/a>\u00a0reagieren, und dies noch ausdrucksst\u00e4rker als in der Realit\u00e4t. Die anscheinend sinnlosen, vergessen geglaubten Dinge sind es, die ihn dazu bringen k\u00f6nnen, etwas zu ersinnen, das un- oder unterbewusst bereits vorhanden und dem Spiel f\u00f6rderlich ist.<\/p>\n<p class=\"p1\">\u201eDer Schauspieler mu\u00df voll und ganz an das glauben, was er auf der B\u00fchne denkt und sagt.\u201c<\/p>\n<p class=\"p1\">W\u00e4hrend der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Verfremdungseffekt\">Verfremdungseffekt<\/a>\u00a0im Sinn von\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bert_Brecht\">Bertolt Brecht<\/a>\u00a0zeigen soll, dass der Schauspieler nicht hinter zwiesp\u00e4ltigen Figuren steht, die er zu spielen hat, verlangt Strasberg einen radikalen Glauben an die eigene Darstellung. Dies muss sich nicht widersprechen, weil es Strasberg um die Identifikation mit dem Text des Autors geht, nicht um die Identifikation mit zweifelhaften Charakteren. So f\u00fchrt er am Beispiel der Urauff\u00fchrung von\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mutter_Courage_und_ihre_Kinder\"><i>Mutter Courage und ihre Kinder<\/i><\/a>\u00a0(1941) aus, dass es Brecht als Regisseur gar nicht um Distanz des Schauspielers von seiner Figur gegangen sei, sondern um eine glaubw\u00fcrdige Darstellung des Zwiesp\u00e4ltigen.<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Method_Acting#cite_note-8\"><sup>[8]<\/sup><\/a><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s2\"><b>Nachwirkung<\/b><\/span>[<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Method_Acting&amp;veaction=edit&amp;section=6\">Bearbeiten<\/a>\u00a0|\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/w\/index.php?title=Method_Acting&amp;action=edit&amp;section=6\">Quelltext bearbeiten<\/a>]<\/p>\n<p class=\"p1\">1951 bis 1982 blieb Strasberg der k\u00fcnstlerische Leiter des\u00a0<i>Actors Studios<\/i>. Er war der Einflussreichste, aber nicht der Einzige, der auf Stanislawskis Lehre aufbaute.\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marlon_Brando\">Marlon Brando<\/a>\u00a0oder\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_De_Niro\">Robert De Niro<\/a>, die oft mit dem\u00a0<i>Method Acting<\/i>\u00a0in Verbindung gebracht werden, hatten auch im\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Stella_Adler\"><i>Stella Adler<\/i><\/a><i>\u00a0Studio of Acting<\/i>\u00a0Schauspielunterricht.<\/p>\n<p class=\"p1\">Auch Strasbergs ehemaliger Weggef\u00e4hrte\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sanford_Meisner\">Sanford Meisner<\/a>\u00a0entwickelte seine eigene Schule. Adler und Meisner warfen Strasberg vor, dass er Stanislawskis sp\u00e4tere Entwicklung nicht mitbekommen habe, weil er seinerzeit nur mit Schauspiellehrern der \u00e4lteren Generation in Kontakt gekommen sei.<\/p>\n<p class=\"p1\">Die reduzierte Interaktion mit dem Publikum und die Betonung der\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vierte_Wand\">vierten Wand<\/a>\u00a0machten das\u00a0<i>Method Acting<\/i>\u00a0zur geeigneten Grundlage f\u00fcr das Filmschauspiel, f\u00fchrten im Theater der 1960er-Jahre aber auch zu heftigen Gegenreaktionen wie den\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Performance_(Kunst)\">Performance<\/a>-Konzepten von\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Richard_Schechner\">Richard Schechner<\/a>. Eine Weiterentwicklung des\u00a0<i>Method Acting<\/i>\u00a0speziell f\u00fcr Filmschauspieler seit den 1970er Jahren stammt von Eric Morris.<\/p>\n<p class=\"p1\">Unter\u00a0<i>Method Acting<\/i>\u00a0werden oft die Milieustudien Robert de Niros zur Vorbereitung auf seine Rollen (und \u00f6fter noch seine Gewichts-Zu- und -Abnahme f\u00fcr bestimmte Figuren) verstanden. Im engeren Sinn hat dies nichts mit\u00a0<i>Method Acting<\/i>\u00a0zu tun (sondern entspricht eher einer Weiterentwicklung des\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Delsartismus\">Delsartismus<\/a>, wie er haupts\u00e4chlich \u00fcber\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Steele_MacKaye\">Steele MacKaye<\/a>\u00a0in die USA gelangte). Strasberg betonte, dass ein Schauspieler oft jahrelangen Abstand zu Erinnerungen haben m\u00fcsse, um sie beherrscht einsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Method Acting, eine auf der Lehre\u00a0Konstantin Stanislawskis\u00a0beruhende Methode, die\u00a0Schauspielerei\u00a0zu erlernen. Es handelt sich um eine US-amerikanische Variante des\u00a0Naturalismus\u00a0im Schauspiel. Der Schauspieler arbeitet dabei mit Erinnerungen an eigene Erlebnisse und mit Entspannungstechniken.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6552","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/actingcoach.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6552","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/actingcoach.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/actingcoach.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/actingcoach.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/actingcoach.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6552"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/actingcoach.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6552\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/actingcoach.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/actingcoach.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6552"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/actingcoach.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}